Das Messopfer auf 5.895 Metern: Katholiken feiern die überlieferte Messe auf dem Gipfel des Kilimandscharo

Certamen
Rund 20 traditionsverbundene Pilger wohnten der überlieferten Messe auf dem höchsten Berg Afrikas bei. Zwei Priester erreichten den Gipfel in Soutane.

Ein Glaubenszeugnis, das man gesehen haben muss! Auf dem Gipfel des höchsten Bergs Afrikas stand ein Priester am Altar. Vor ihm knieten Pilger auf nacktem Fels, während unter ihnen ein Meer aus Wolken lag. Was diese Katholiken auf 5.895 Metern Höhe hinauftrugen, war die Zuversicht, dass die überlieferte Liturgie eine Zukunft hat.

Eine Gruppe von rund 20 traditionsverbundenen Katholiken hat den Kilimandscharo bestiegen und dabei täglich die überlieferte lateinische Messe gefeiert, zuletzt auf dem Gipfel selbst. Zu den Pilgern gehörte Michael J. Matt, Herausgeber der traditionskatholischen Zeitung The Remnant, der die Expedition auf seinem Facebook-Profil mit Bildern und kurzen Tagesberichten dokumentierte.

Die Unternehmung trägt den Namen Ave Maria Expedition und war für den Zeitraum vom 1. bis 17. August angesetzt. Der Aufstieg führte über die Lemosho-Route, rund siebzig Kilometer in acht Tagen, vom dichten Regenwald über Hochmoor und Vulkanwüste bis in die dünne Luft des Uhuru Peak auf 5.895 Metern.

Es ist nicht der erste Aufstieg dieser Art. Eine erste Gruppe war im August 2024 über dieselbe Route gegangen.

Getragen wird das Ganze von der Confraternity of Our Lady of Fatima. Das Leitwort lautet Adveniat Regnum Mariae, „Es komme das Reich Mariens“. Gegenüber dem Portal AdVaticanum sagte Matt, die Besteigung sei zugleich als Bitte für den Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens gedacht gewesen.

„Diese Messe ist es wert, dass man für sie leidet“

Wer eine solche Route geht, weiß, worauf er sich einlässt. Mit zunehmender Höhe werden Sauerstoffmangel, Kälte und körperliche Erschöpfung zu einer erheblichen Belastung. Die Gipfelnacht beginnt kurz nach Mitternacht und dauert oft sechs Stunden und länger, in Dunkelheit und Kälte, bis der Kraterrand bei Sonnenaufgang erreicht ist.

Genau in diese Bedingungen hinein wurde das heilige Messopfer gefeiert. Nach den Angaben der Veranstalter war jeder Tag des Aufstiegs um das liturgische Leben der Kirche geabut: Rosenkranz, geistliche Konferenzen und die Messe nach dem Missale von 1962, morgens und abends.

Michael Matt hat den Gedanken dahinter in einem Satz zusammengefasst: „Diese Messe ist es wert, dass man für sie leidet. Sie ist es wert, dass man für sie Berge besteigt.“

Das ist ein Satz, den man hervorheben sollte. Er dreht die Frage um, die in Europa seit Jahren gestellt wird. Dort wird verhandelt, wie viel überlieferte Liturgie man den Gläubigen noch zugestehen kann. Auf dem Kilimandscharo wurde stattdessen gefragt, was man für sie zu tragen bereit ist.

Zwei Priester in Soutane bis zum Gipfel

Begleitet wurde die Gruppe von Priestern, unter ihnen der bekannte Geistliche Fr. João Silveira, der die Pilger nach der Messe segnete und mit ihnen für den weiteren Weg betete. AdVaticanum berichtet von zwei Priestern, Father João und Father Lance, und ordnet sie den Missionaries of the Holy Cross zu.

Nicht alle Teilnehmer erreichten den Gipfel. Einige mussten wegen der Höhenkrankheit absteigen, dem häufigsten Grund, an diesem Berg umzukehren. Von denen, die den Aufstieg überhaupt beginnen, erreichen Schätzungen nach rund 65 Prozent den höchsten Punkt.

Beide Priester aber kamen oben an, und sie kamen in ihrer Soutane an. Auf dem Gipfel wurde die überlieferte Messe gefeiert.

Mitgeführt wurde außerdem eine Marienstatue. „Unsere Liebe Frau ist auf dem Weg zum Basislager“, schrieb Matt zu einem der Bilder. Nach dem Gipfel hielt er auf X fest: „Alles für den Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens und die Herrschaft Christi des Königs.“

Ein Haus, das künftige Priester tragen soll

Hinter der Bergtour steht ein sehr handfestes Anliegen. Die Pilger sammeln Geld für das St. Benedict House of Studies in Tansania, in dem junge Männer auf das Priestertum vorbereitet werden. Es fehlen Schlafsäle, Unterrichtsräume und eine Kapelle.

Die Rechnung ist dabei bewusst unbequem gebaut. Jeder Pilger zahlt 3.950 US-Dollar für die Teilnahme und verpflichtet sich zusätzlich, 5.000 US-Dollar für das Ausbildungshaus einzuwerben. So gehören die Mühe des Aufstiegs und das materielle Opfer zusammen.

Eine frühere Besteigung brachte nach Angaben der Organisatoren über 100.000 US-Dollar ein. Damit wurde ein Brunnen gebohrt, 57 Meter tief, und das Fundament gelegt.

Der Generalsuperior der Gemeinschaft, Fr. Antonius Maria, hat die Lage auf der Seite der Veranstalter in einem Satz beschrieben: „In Afrika gibt es viele Berufungen […] aber wir haben kein Haus der Studien. Wir müssen bauen.“

Die Aufgabe des Hauses ist klar umschrieben: heilige Priester zu formen, die in der Tradition der Kirche verwurzelt sind, ausdrücklich in der Treue zur überlieferten lateinischen Messe.

Dort mauern die Seminaristen ihre Unterrichtsräume selbst, Stein auf Stein, und erheben sich bei Tagesanbruch zum Stundengebet. Am 15. August des vergangenen Jahres weihte Bischof Athanasius Schneider einen Priester aus diesem Haus.

Was in Afrika wächst, während anderswo verhandelt wird

Über viele Jahrhunderte hinweg wurde die überlieferte Liturgie in nahezu allen Teilen der Welt gefeiert. Sie prägte das geistliche Leben zahlloser christlicher Generationen und brachte unzählige Heilige hervor. Lange bevor irgendjemand von einer außerordentlichen Form sprach, war sie schlicht die Form, in der die Kirche betete.

Benedikt XVI. hatte 2007 mit Summorum Pontificum ausgesprochen: Dieses Erbe kann niemals abgeschafft werden. Papst Franziskus schränkte diese Freiheit 2021 mit Traditionis custodes deutlich wieder ein, und diese der überlieferten Liturgie abträgliche Verfügung gilt bis heute unverändert fort.

Man halte das neben die Bilder aus Tansania. Während in Europa weiter darüber gestritten wird, an welchen Orten und an welchen Tagen die alte Messe überhaupt gefeiert werden darf, tragen Katholiken Messgewänder, Altargerät und eine Marienstatue auf den höchsten Berg Afrikas und sammeln dabei Geld, damit dort junge Männer für genau diese Liturgie ausgebildet werden können.

Matt sagte AdVaticanum, die Besteigung sei unternommen worden „in der Hoffnung und im Gebet, dass in Gottes Vorsehung traditionelle katholische Missionspriester eines Tages den überlieferten Glauben unserer Väter wieder in die vier Enden der Erde tragen werden“.

Und weiter dazu: „Nichts kann die Bewegung zur Wiederherstellung der überlieferten lateinischen Messe aufhalten, weil Gott es so will, und es ist unser Wunsch, unseren Teil zu tun als die einfachen, verstreuten Schafe, um den Glauben unserer Väter wiederherzustellen für die Bewahrung unserer Seelen und der Seelen unserer Kinder, und zur größeren Ehre und Herrlichkeit Christi, unseres königlichen Königs.“

Bemerkenswert ist ein Nebenbefund, den Matt festhielt: Die überlieferte Messe zog sogar andere Bergsteiger an, denen die Gruppe unterwegs begegnete. Wo diese Liturgie ohne Erklärung und ohne Werbung einfach gefeiert wird, wirkt sie von selbst.

Eine Messe, die manche längst der Vergangenheit zurechnen wollten, wird buchstäblich auf neue Gipfel getragen. Möge die Gottesmutter, deren Reich diese Pilger erbeten haben, das Werk in Tansania segnen und den jungen Männern dort treue Priester schenken. Adveniat Regnum Mariae.

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