„Wir brauchen die Rückkehr zum liturgischen Frieden von Summorum Pontificum“ – Interview mit Peter A. Kwasniewski

Certamen
Rom hat sechs Bischöfe der Piusbruderschaft für exkommuniziert erklärt, und der Präfekt für den Gottesdienst hat jede Änderung von Traditionis Custodes ausgeschlossen. Peter A. Kwasniewski, einer der bekanntesten Fürsprecher der überlieferten römischen Liturgie, antwortet auf Anfrage von Certamen über gescheiterte Gesetzgebung, über das, was „formell anschließen“ wirklich bedeutet, und über die Pflicht eines Katholiken, der sich im Gewissen nicht entscheiden kann.

Anlass für dieses Interview war ein einzelner Satz. In „On the SSPX Controversy“ schrieb Peter Kwasniewski, solange Traditionis Custodes in Geltung bleibe und Bischöfe Gemeinschaften des alten Ritus ungestraft zerstören könnten, sei an Frieden nicht zu denken. Der Schlüssel zur Überwindung dieses angeblichen Schismas liege fest in der Hand der Hierarchie.

Seit Ende Juli ist dieser Satz schärfer geworden. Der Präfekt für den Gottesdienst hat die eine rechtliche Änderung, die den Schlüssel drehen würde, öffentlich ausgeschlossen. Wir haben Dr. Kwasniewski daraufhin vier Fragen geschickt. Nicht mit der Bitte, Partei zu ergreifen, die er in seinem Aufsatz bewusst nicht ergriffen hat, sondern mit der Frage, was unter diesen Umständen bleibt. Er hat schriftlich geantwortet.

Anmerkung der Redaktion: Die hier vertretenen Auffassungen sind die des Autors. In einzelnen Punkten deckt sich seine Abwägung nicht mit der unseren, namentlich dort, wo er den Besuch einer Kapelle der Priesterbruderschaft St. Pius X. für schwerer zu rechtfertigen hält, sofern am Ort eine andere Möglichkeit für den überlieferten Ritus besteht.

Certamen: Wenn der Schlüssel tatsächlich bei der Hierarchie liegt und der Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst nun die eine rechtliche Änderung ausgeschlossen hat, die ihn umdrehen würde, nämlich die Aufgabe von Traditionis Custodes, was bleibt dann? Bleibt das Motu proprio einfach in Kraft, während sich die Ausnahmen still vermehren, oder gibt es einen Weg, den Sie noch realistisch nennen würden?

Dr. Kwasniewski: Zunächst müssen wir uns darüber klar sein, dass Kardinal Roche für sich selbst spricht. Man kann nicht voraussetzen, dass er den Geist des Papstes vollkommen kennt (wer kennt ihn an diesem Punkt überhaupt?), und ebenso wenig, dass der Papst sich alles, was vatikanische Mitarbeiter in Interviews oder Aufsätzen sagen, automatisch zu eigen macht. Was wir wissen, ist: Leo hat sich Mühe gegeben, viele bekannte Fürsprecher der überlieferten römischen Liturgie zu treffen, um deren Sorgen besser kennenzulernen. Darunter Menschen, denen sein Vorgänger nichts als die kalte Schulter gezeigt hat. Und er hat den französischen Bischöfen gesagt, sie sollten pastoraler handeln.

Leider ist die Lage vor Ort immer weniger tragbar: In der einen Diözese errichtet ein Bischof eine neue traditionelle Pfarrei, die von einem „Ecclesia Dei“-Institut betreut wird, während in der Nachbardiözese ein Bischof sämtliche lateinischen Messen einstellt. Die katholische Kirche verhält sich offenbar immer mehr wie die Anglikaner, die inmitten radikaler Uneinigkeit in Lehre und Leben Einheit vorgeben. Auf Dauer ist das nicht durchzuhalten. Wir brauchen eine Rückkehr zum liturgischen Frieden von Summorum Pontificum.

Was Traditionis Custodes selbst betrifft: Niemand, der die Geschichte der Liturgie im Allgemeinen und insbesondere die Entstehungsgeschichte dieses Motu proprio studiert hat, mit seinem Fundament aus Lügen und seinen Verbindungen zu den Radikalen von Sant’Anselmo, allen voran Andrea Grillo, ist in der Lage, es ernst zu nehmen. Es ist juristisch wie theologisch unstimmig, wie P. Réginald-Marie Rivoire und viele andere gezeigt haben. Schon jetzt wird es stückweise angewandt, angepasst und ignoriert – das sichere Zeichen gescheiterter Gesetzgebung. Es war allerdings ein Geschenk an die alternden Ideologen in der Kirche, die es als Waffe gebrauchen werden, solange sie sie führen können.

Certamen: Im März bat der Papst die französischen Bischöfe um die „großherzige Einbeziehung“ der Gläubigen, die am älteren Ritus hängen. Im Juli schloss sein Liturgiepräfekt jede Änderung des Rechts aus. Die deutschen Bischöfe lesen diese beiden Signale in entgegengesetzter Richtung. Welches von beiden ist das wirkliche?

Dr. Kwasniewski: Die französischen und die deutschen Bischöfe werden tun, was ihnen beliebt, nach ihren eigenen und ihren gemeinsamen Prioritäten. Es wird immer einige stille Außenseiter geben, die toleranter sind oder traditionelle Katholiken sogar unterstützen. Aber solange es keinen großen Generationswechsel gibt, verbunden mit einer grundsätzlichen Zurückweisung des Mythos, der das Konzil mit der Liturgiereform gleichsetzt, gar nicht zu reden von der Phantasterei, letztere für einen vollen Erfolg zu halten, werden wir auf dem europäischen Kontinent, so fürchte ich, keine wesentlichen Fortschritte erleben.

Was in dieser Stunde wirklich notwendig ist, ist eine feste Treue zum alten Ritus bei den Klerikern, die ihn zelebrieren. Sie müssen ihn weiterhin „unter dem Radar“ feiern und sich, wo es nötig ist, dem versuchten Verbot offen widersetzen. Mit anderen Worten: Sie müssen tun, was in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren getan werden musste, um die römische Tradition zu bewahren. Hätte damals niemand mit solchem Mut und Eifer gehandelt, so hätten wir den usus antiquior heute nicht.

Certamen: Die der Erklärung aus Rom an die FSSPX beigefügte Note dehnt die Strafen auf alle Kleriker der Bruderschaft und auf Laien aus, die sich ihr „formell anschließen“. Wie weit steht diese Note auf demselben kanonischen Boden wie die Erklärung über die sechs Bischöfe? Und was soll ein deutscher Laie unter „formell anschließen“ verstehen, wenn er eine Kapelle der Bruderschaft besucht, weil dort die einzige erreichbare Messe im alten Ritus gefeiert wird?

Dr. Kwasniewski: Die Strafen der Erklärung gelten allein für die sechs Bischöfe, nicht für die Kleriker und nicht für die Laiengläubigen, und die Note ändert daran nichts. Die Gründe sind in mehreren Beiträgen dargelegt (hierhierhier und hier); man kann sich auch das Interview mit dem bekannten Kanonisten P. Gerald Murray ansehen. Die Note ist erklärender Natur. Sie eröffnet die Möglichkeit, dass ein Priester oder ein Laie, der sich dem Schisma der Bruderschaft formell anschließt – falls es denn ein Schisma ist –, dadurch ebenfalls schismatisch würde. Je genauer man auf die Einzelheiten sieht, desto schwerer ist zu erkennen, wer nun eigentlich im Schisma ist und wer nicht, und aus welchem Grund, da einige der klassischen Merkmale des Schismas fehlen. Soviel steht fest: Kein Laie, der die Messe in einer Kapelle der Bruderschaft besucht, weil er den alten Ritus liebt und in ihm Gott anbeten will, ist deswegen ein Schismatiker.

Ich möchte allerdings hinzufügen: Meiner Ansicht nach wird es schwerer zu rechtfertigen, eine Kapelle der Bruderschaft zu besuchen, wenn im gleichen geographischen Raum bereits eine andere Möglichkeit besteht, dem alten Ritus beizuwohnen – angesichts ihrer offenkundigen kanonischen Irregularität, wie auch immer man deren Schwere beurteilt. Einfach gesagt: Die lebendige, tätige, sichtbare Gemeinschaft mit dem Ortsordinarius zu wahren ist in der katholischen Kirche ein wirkliches und grundlegendes Gut, und ihr Fehlen ist ein Übel. Sie zu besitzen ist nicht das einzige Gut, und sie nicht zu haben nicht das einzige Übel; aber wenn man die Fülle der überlieferten Liturgie zusammen mit der hierarchischen Einheit haben kann, dann ist das eine vollere und vollkommenere Weise, den katholischen Glauben zu leben, als bloß das eine oder das andere zu besitzen.

Der Unterschied zwischen meiner Position und der vieler, die für die Bruderschaft Partei nehmen, liegt darin: Ich erkenne die lehrmäßigen und moralischen Abweichungen der nachkonziliaren Zeit durchaus an – ich habe über genau diese Abweichungen ausführlich geschrieben und publiziert! –, und dennoch glaube ich, dass die liturgische Frage allen anderen vorangeht. Dass wir also der Wiedergewinnung und Wiederherstellung des Vetus Ordo den Vorrang geben und ihm erlauben müssen, die Herde Christi zu heilen, ihre Hirten nicht ausgenommen. Die überlieferte lex orandi hat die Kraft, die Kirche neu auf das Göttliche hin auszurichten; die anthropozentrische Desorientierung ist das schwerste und am stärksten deformierende Übel unserer Zeit. Die lex orandi hat die Kraft, eine Kirche zu stabilisieren, die ihre Orientierung verloren hat. Die lex orandi hat die Kraft, die Kirche neu in ihrem dogmatischen Erbe und in den daraus folgenden moralischen Forderungen zu verankern.

Ohne diesen ersten Schritt wird nichts anderes funktionieren. Wir wissen das bereits, denn die sogenannten „Konservativen“ kämpfen seit über fünfzig Jahren darum, Dogma und Moral zurückzugewinnen, und unsere Lage in diesem Kampf ist heute in vieler Hinsicht schlechter als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Konzil. Das gilt jedenfalls dann, wenn man nicht bloß auf einzelne Inseln thomistischer Intellektueller oder auf die Minderheit blickt, die überhaupt noch zur Kirche geht, sondern auf den ausgehöhlten institutionellen Apparat – Ordinariate, Universitäten, Ordensgemeinschaften – und auf die riesige Zahl von Katholiken, die den Glauben ganz aufgegeben haben und weiter aufgeben. Die einzige „Medizin“, die diese Krankheit heilen kann, ist die radikale Entscheidung, sich in den Gottesdienst zu werfen, wie er traditionell verstanden und geübt wurde. Das ist das Senfkorn, aus dem Erneuerung wachsen kann. Anderswo suchen wir vergebens.

Certamen: Sie haben geschrieben, wer eine der beiden Positionen für selbstverständlich richtig hält, könne ein Einfaltspinsel sein, und dieser Augenblick spalte nicht nur die Kirche, sondern das Gewissen jedes aufmerksamen Katholiken. Das ist ungewöhnlich ehrliche Aussage. Was schuldet ein Katholik eigentlich in einer Lage, in der er sich im Gewissen nicht entscheiden kann?

Dr. Kwasniewski: Ja, das habe ich in meinem Aufsatz „On the SSPX Controversy“ geschrieben. Seit Jahrzehnten bin ich davon überzeugt, dass die Kirche die schwerste Krise ihrer ganzen Geschichte durchlebt – nicht nur, weil es eine allumfassende Krise ist, die nichts unberührt lässt, sondern auch, weil wir nicht mit hinreichenden Prinzipien ausgestattet sind, um das mysterium iniquitatis, das in unserer Mitte wirkt, zu entwirren. Wir haben durchaus feste Prinzipien, gewiss; aber ich würde behaupten, dass sie den Schwierigkeiten, vor denen wir stehen, nicht völlig gewachsen sind und dass sie auf der praktischen Ebene miteinander in Konflikt geraten.

An diesem Punkt sehe ich eine gewaltige Spannung zwischen der Unterordnung unter die hierarchische Kirche – jedenfalls was die Programme, Prioritäten und Vorschriften einiger ihrer Vertreter betrifft – und der vollen, konsequenten Annahme der katholischen Tradition. Das ist kein Dilemma, das sich mit einem ordentlichen „Gehorsam über alles“ beiseiteräumen ließe, und ebenso wenig mit dem umgekehrten „Weg mit den freimaurerischen Betrügern!“. Alle einfachen Lösungen sind falsch; je einfacher, desto schlimmer. Deshalb halte ich den Sedisvakantismus für ein Monstrum.

Wir haben es mit einer Kirche auf Erden zu tun, unter deren menschlichen Führern viele tief moralisch kompromittiert sind, im Bunde mit antikatholischen Kräften stehen und ihre geistlichen Ämter gebrauchen, um die Gläubigen zu manipulieren und zu missbrauchen. Umgekehrt sind wir keine Donatisten, die meinen, apostolische Sukzession und sakramentale Wirksamkeit hingen von der persönlichen moralischen Rechtschaffenheit der Amtsträger ab; und wir sind auch nicht in der Lage, über Amtsträger, die wir für Häretiker halten, in einer Person Richter, Geschworener und Vollstrecker zu sein. Wir sitzen, wenn man so sagen darf, mit Leuten im selben Boot, die von Rechts wegen nicht darin sitzen dürften, weil sie tatsächlich Schmarotzer und Saboteure sind. Aber es gibt keine Möglichkeit, aus dem Boot auszusteigen; wer ins Wasser springt, wird von den Haien gefressen. Die Wahl muss lauten: im Boot bleiben – und gegen die Usurpatoren kämpfen, mit den Mitteln, die einem als Laie oder als einfacher Priester offenstehen (oder auch als traditionsliebender Bischof oder Kardinal, denn solche gibt es!).

Wir müssen unseren Verstand nach der katholischen Wahrheit formen, und das heißt: die Zwillingsgaben von Glaube und Vernunft gut gebrauchen. Wir sind gerufen, über die Vernunft hinaus in das Geheimnis hineinzugehen, niemals aber, einen offenen Widerspruch zu umarmen, was der geistigen Gesundheit schaden würde; und es kann auch nie von uns verlangt werden, ein heiliges Geheimnis zu verletzen, was Pietätlosigkeit oder Sakrileg wäre. Ein Freund von mir hat dafür ein Bild, das mir sehr gefällt. Er sagt: Wenn man eine Felswand erklettert, muss man einen Haken in den Fels schlagen, um die Seile sicher zu befestigen; und im Leben gibt es bestimmte Wahrheiten, die wir kennen oder zu erkennen geschenkt bekommen, die wir so in den Fels „einschlagen“ und als Stütze für den weiteren Aufstieg benutzen können. Wenn wir das nicht tun, kommen wir nicht nur nicht voran – wir können auch tödlich abstürzen.

Für mich ist einer dieser absolut sicheren Punkte die überlieferte Liturgie in all ihren Dimensionen: nicht nur die Messe, sondern auch die übrigen Sakramente, das Stundengebet, die Sakramentalien, die pontifikalen Zeremonien und die theologischen, geistlichen und kulturellen Reichtümer, die dazugehören. Kurz: das katholische Leben der Gottesverehrung in seiner dreitausendjährigen Ganzheit und organischen Entfaltung, denn seine Wurzeln reichen weit zurück in den von Gott geoffenbarten und in Christus vollendeten hebräischen Gottesdienst. Das ist für mich schlicht nicht verhandelbar; es gibt kein anderes geschaffenes Gut, das schwerer wöge.

Geriete ich daher in eine Lage, in der ich die Messe nur bei der Bruderschaft finden könnte, so würde ich ohne Zögern hingehen. Das hat nichts mit Schisma zu tun und alles mit dem Gottesdienst, der höchsten moralischen Pflicht des Menschen. Und hätte ich den alten lateinischen Ritus nicht zur Mitfeier, so würde ich einen orientalischen Ritus suchen. Für mich gibt es keine anderen wirklichen Möglichkeiten. Mein Gewissen, geformt durch Gebet, Erfahrung und Studium über viele Jahrzehnte, gebietet mir diesen Weg. Aber ich verstehe, dass andere nicht zu diesem Schluss gekommen sind, und ich würde niemanden drängen, ihn anzunehmen, noch jemanden dafür kritisieren, dass er ihn nicht annimmt, wenn er von seiner Richtigkeit nicht völlig überzeugt ist. So sind schwierige moralische Lagen nun einmal. Das Gewissen ist etwas, das im Einzelnen streng gebildet werden muss, damit es sein eigener Spruch der praktischen Urteilskraft ist; es ist keine Fähigkeit, die man an einen anderen „auslagern“ könnte, der sie an unserer Stelle ausübt.

Deshalb plädiere ich mit Nachdruck für so viel gegenseitiges Verständnis und so viel Duldung, wie es mit den geforderten Überzeugungen und Pflichten des katholischen Glaubens vereinbar ist – und für viel Geduld gegenüber unseren Mitkatholiken, die noch nicht verstehen, was sie zu glauben und zu tun haben. Wir leben in dunklen Zeiten, in denen Licht schwer zu finden ist und in denen einander widerstreitende Autoritäten „Lichtspiele“ veranstalten, die ungeheure Verwirrung stiften.

Eines, so hoffe ich, werden Traditionalisten niemals vergessen: Fast alle von uns waren einst selbst tief im Dunkel und haben durch Gottes Erbarmen die Wahrheit entdeckt; wir haben besondere Gnaden des Erwachens, der Einsicht oder des Trostes empfangen, die wir gewiss nicht verdient hatten und für die wir dem Herrn in Demut zu danken haben. Der Gedanke, dass „jeder auf einem Weg ist“, wird oft ins Sentimentale gezogen, ist aber dennoch wahr. Wir sollten uns wie Mitpilger verhalten, die einander unterwegs so gut helfen, wie sie können, und sollten uns an den Rat des hl. Franz von Sales erinnern, dass Honig als Mittel der Anziehung dem Essig vorzuziehen ist. Traditionalisten sind lange schlecht behandelt worden, und das wird wohl noch eine Zeit lang so bleiben. Aber wir können der Welt zeigen, dass unsere Antwort darin besteht, mehr zu beten, zu verzeihen, unverstellte Liebe zu zeigen, die Freude des Herrn zu unserer Stärke zu machen, im Guten nicht müde zu werden und immer neu die Einladung auszusprechen: „Komm und sieh.“

Peter A. Kwasniewski erwarb einen B.A. in Liberal Arts am Thomas Aquinas College sowie einen M.A. und den Doktorgrad in Philosophie an der Catholic University of America, mit einem Schwerpunkt im Denken des hl. Thomas von Aquin. Nach einer Lehrtätigkeit am Internationalen Theologischen Institut in Österreich war er 2006 an der Gründung des Wyoming Catholic College beteiligt, wo er bis 2018 Theologie, Philosophie, Musik und Kunstgeschichte lehrte und Chor und Schola leitete. Heute arbeitet er hauptberuflich als Autor, Redner und Verleger: Er ist Mitbegründer der traditionell katholischen Plattform Pelican Plus, schreibt auf dem Substack Tradition & Sanity und leitet Os Justi Press, ein Verlagshaus, das populäre und wissenschaftliche Bücher zahlreicher Autoren zu einem breiten Themenspektrum veröffentlicht. Kwasniewski selbst hat mehr als zwanzig Bücher geschrieben, mit besonderem Augenmerk auf der überlieferten römischen Liturgie; seine Arbeiten sind in mindestens zwanzig Sprachen übersetzt worden. Er ist außerdem Komponist, dessen geistliche Chormusik weltweit aufgeführt wird.



The original English Text:

One sentence prompted this interview. In „On the SSPX Controversy,“ Peter Kwasniewski argued that there can be no peace while Traditionis Custodes stands and bishops are free to destroy communities of the old rite without consequence. The key to this purported schism, he wrote, is in the hands of the hierarchy — and nowhere else.

At the end of July that sentence got sharper. The Prefect for Divine Worship said publicly that the one legal change capable of turning the key will not happen. So we sent Dr. Kwasniewski four questions. Not to ask him to pick the side he had deliberately refused to pick, but to ask what is left. He answered in writing.

Certamen: If the key really does lie with the hierarchy, and the Prefect for Divine Worship has now ruled out the one legal change that would turn it—that is, the abandonment of Traditionis Custodes—what is left? Does the motu proprio simply remain in force while exceptions quietly multiply, or is there a path you’d still call realistic?

Dr. Kwasniewski: First, we must understand that Cardinal Roche speaks for himself; it cannot be assumed that he either knows perfectly the mind of the pope (does anyone at this point?), or that the pope automatically endorses everything said by Vatican personnel in interviews or articles. What we do know is that Leo has taken pains to meet with many well-known proponents of the traditional Roman liturgy in order to learn more from them about their concerns—including people to whom his predecessor gave nothing but the cold shoulder; he has told the French bishops to be more pastoral.

Unfortunately, the situation on the ground is increasingly untenable: in one diocese, a bishop creates a new traditional parish staffed by an “Ecclesia Dei” institute, while in the adjacent diocese a bishop discontinues all the Latin Masses. It seems that the Catholic Church is acting more and more like the Anglicans who pretend to have unity in the midst of radical disagreements in life and doctrine. This is not sustainable in the long term. We need a return to the liturgical peace of Summorum Pontificum.

As for Traditionis Custodes, no one who has studied the history of the liturgy in general and, in particular, the history of this motu proprio’s composition, with its foundation in lies and its links to the radicals at Sant’Anselmo (especially Andrea Grillo), is able to take it seriously. It is incoherent both legally and theologically, as Fr. Réginald-Marie Rivoire and many others have shown. At this time it is already being applied, adapted, and ignored in a piecemeal way—the sure sign of failed legislation. It was, however, a gift to the aging ideologues in the Church, who will use it as a weapon for as long as they can wield it.

Certamen: In March the Pope asked the French bishops for the “generous inclusion” of the faithful attached to the older rite. In July his liturgy prefect ruled out any change in law. German bishops are reading those two signals in opposite directions. Which of them is the real one?

Dr. Kwasniewski: The French and German bishops will do as they please, based on their individual and collective priorities. There will always be a few quiet outliers who are more tolerant or even supportive of traditional Catholics, but until there is a major generational shift, together with a principled rejection of the myth that equates the Council with the liturgical reform, not to mention the fantasy of considering the latter to have been a total success, we will not, I’m afraid, see significant progress on the mainland in Europe.

What is really necessary at this time is firm devotion to the old rite on the part of clergy who celebrate it. They must continue to celebrate it “under the radar” and, when necessary, openly defy the attempted prohibition of it. In other words, they must do what had to be done in the late 1960s and early 1970s to preserve the Roman tradition. Had no one acted then with such courage and zeal, we would not have the usus antiquior today.

Certamen: The Note appended to the Declaration extends penalties to all clergy of the Society and to laity who “formally adhere” to it. How far does that Note stand on the same canonical footing as the Declaration concerning the six bishops? And what should a German layman understand by “formally adhere” if he attends a Society chapel because it’s the only old rite Mass within reach?

Dr. Kwasniewski: The Declaration’s penalties apply only to the six bishops, not to the clergy or the lay faithful, and the Note does nothing to change this fact. The reasons are given in several articles (hereherehere, and here); one might also watch the interview with noted canon lawyer Fr. Gerald Murray. The Note is explanatory in nature, and opens the possibility that a priest or a layman who formally adheres to the Society’s schism—if it is indeed schism—would also become schismatic. The more one looks at the details, the harder it is to see exactly who is in schism and who is not, and why, given that some of the classic properties of schism are absent. This much is clear: any layman who attends Mass at an SSPX chapel because he loves the old rite and wishes to worship God through it is by no means a schismatic. 

I would add, however, that in my opinion, if another opportunity of assisting at the old rite is already available in the same geographical area, it becomes harder to justify attending an SSPX chapel, given their manfest canonical irregularity (however one assesses the severity of it). Put simply, maintaining living, active, visible communion with the local Ordinary is a real and basic good in the Catholic Church, and the absence of it is an evil. Possessing it is not the sole good, nor is lacking it the sole evil; but if one can have the fullness of the traditional liturgy together with hierarchical union, this is a fuller and more perfect way to live one’s Catholic faith than merely to have one or the other.

The difference between my view and that of many who take the side of the SSPX is that, while I do recognize the doctrinal and moral deviations of the postconciliar period (I have written and published extensively on precisely these deviations!), nevertheless I believe that the liturgical question takes precedence over all others—that we must prioritize the recovery and restoration of the Vetus Ordo and allow it to heal the flock of Christ (not excluding its shepherds). The traditional lex orandi has the power to reorient the Church toward the things of God; anthropocentric disorientation is the gravest and most malformative evil of our times. The lex orandi has the power to restabilize a Church that has lost its bearings. The lex orandi has the power to re-anchor the Church in her dogmatic heritage and the moral demands that flow from it. 

Without this first step, nothing else is going to work. We know this already because the so-called “conservatives” have been fighting to reclaim dogma and morality for over fifty years, and our situation at this moment in regard to that campaign is in many ways worse than it has been at any time since the Council—if you look not simply at little pockets of Thomist intellectuals or the minority that still goes to Church, but the hollowed-out institutional apparatus—chanceries, universities, religious orders—and the vast numbers of Catholics who have abandoned and are abandoning the faith altogether. The only “medicine” that can cure this disease is the radical decision to throw oneself into divine worship as traditionally understood and practiced. That is the mustard seed from which renewal can grow. We look in vain elsewhere.

Certamen: You wrote that anyone who finds either position self-evidently correct might be a simpleton, and that this moment divides not only the Church but the conscience of every attentive Catholic. That’s an unusually honest thing to publish. What does a Catholic actually owe in a situation where he cannot in conscience decide?

Dr. Kwasniewski: Yes, I wrote that in my article “On the SSPX Controversy.” For decades now, I have been convinced that the Church is passing through the worst crisis of her entire history, not only because it is an all-inclusive or comprehensive crisis, leaving nothing untouched, but also because we are not equipped with sufficient principles to disentangle the mysterium iniquitatis at work in our midst. We do have definite principles, to be sure, but I would maintain they are not entirely adequate to resolve the difficulties we face, and they conflict at a practical level.

At this point, I see a huge tension between submission to the hierarchical Church—at least, as regards the programs, priorities, and precepts of some of its representatives—and the full, consistent embrace of Catholic tradition. This is not a dilemma that can be cleared away with a tidy “obedience über alles” or, conversely, with “repudiate the masonic imposters!” All simple solutions are wrong; the simpler, the worse. This is why I consider sedevacantism to be a monstrous phenomenon.

We are dealing with a Church on earth many of whose human leaders are deeply morally compromised, in league with anti-Catholic forces, and using their spiritual offices to manipulate and abuse the faithful. Conversely, we are not Donatists who think that apostolic succession and sacramental efficacy depend on the personal moral rectitude of the office-holders; nor are we in a position to be the judge, jury, and executioner of office-holders we consider to be heretics. We are in the same boat, so to speak, with people who, by all rights, ought not to be in the boat, because they are in fact freeloaders and saboteurs. But there is no way to get off the boat; if you plunge into the water, you will be eaten by the sharks. Your choice must be to stay on the boat—and fight against the usurpers, in the ways open to you as a layman or as a lowly priest (or even as a tradition-loving bishop or cardinal, for such do exist!).

We must form our minds according to Catholic truth, which means, using well the twin gifts of faith and reason. We are asked to go beyond reason into mystery but never to embrace a flagrant contradiction, which would be damaging to mental sanity; nor can we ever be required to violate a sacred mystery, which is impiety or sacrilege. A friend of mine has a metaphor that I like very much. He says that when you are climbing a cliff, you have to nail in a piton as a secure place for your ropes; and that in life there are certain truths we know, or are given to see, that we can “nail in” to the rock and use as supports to climb up further. If we don’t do this, we will not only fail to advance, we might fall to our death.

For me, one of those absolutely secure points is the traditional liturgy, in all its dimensions—not just the Mass, but the other sacraments, the Divine Office, the sacramentals, the pontifical ceremonies, and the theological, spiritual, and cultural riches that belong to them. In short: the Catholic life of worship in its trimillennial integrity and organic growth, for its roots extend far back into Hebrew worship as revealed by God and perfected in Christ. This, for me, is simply non-negotiable; there is no other created good that would outweight it.

Hence, if placed in a situation in which I had access only to the SSPX for Mass, I would not hesitate to go. This has nothing to do with schism and everything to do with divine worship, man’s highest moral obligation. If I did not have the old Latin rite to participate in, I would seek out an Eastern rite. For me there are no other real possibilities. My conscience, formed through prayer, experience, and study over many decades, dictates this course of action. But I understand that others have not reached that conclusion, and I would never pressure anyone to accept it, or criticize someone for not accepting it if he is not completely convinced of its rightness. That is just how difficult moral situations are going to be. Conscience is something that must be formed rigorously in the individual, so that it is his or her dictate of practical judgment; it is not a power that can be “outsourced” to another who can exercise it on our behalf.

This is why I strongly advocate as much mutual understanding and tolerance as is compatible with the required beliefs and obligations of the Catholic Faith—and a lot of patience toward our fellow Catholics who do not yet understand what they are required to believe and to do. We are living in dark times, when light is hard to come by, and conflicting authorities put on “light shows” that cause tremendous confusion. 

One thing I hope traditionalists will never forget is that nearly all of us were once very much in the dark and, by God’s mercy, discovered the truth; we received special graces of awakening or insight or consolation that we certainly did not merit and for which we must humbly give thanks to the Lord. The idea that “everyone is on a journey,” though often sentimentalized, is nevertheless true. We should act like fellow pilgrims who are trying to help one another as much as possible along the way, remembering St. Francis de Sales’ advice about preferring honey to vinegar as a method of attraction. Traditionalists have been badly treated for a long time and this will probably continue for some time to come, but we can show the world that our reaction is to pray more, to forgive, to show unfeigned charity, to make the joy of the Lord our strength, never to grow weary in doing good, and always to extend anew the invitation, “Come and see.”

Peter A. Kwasniewski [quash-NEV-skee] holds a B.A. in liberal arts from Thomas Aquinas College and an M.A. and Ph.D. in philosophy from the Catholic University of America, with a specialization in the thought of St. Thomas Aquinas. After teaching at the International Theological Institute in Austria, he helped establish Wyoming Catholic College in 2006, where he taught theology, philosophy, music, and art history and directed the choir and schola until 2018. Today, he is a full-time writer, speaker, and publisher, who co-founded the traditional Catholic digital platform Pelican Plus, writes at the Tradition & Sanity Substack, and directs Os Justi Press, which publishes popular and academic books by many authors on a wide variety of subjects. Dr. Kwasniewski himself has written more than twenty books, with special attention to the traditional Roman liturgy, and his work has been translated into at least twenty languages. He is also a composer whose sacred choral music has been performed around the world.

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