Ölgemälde: eine Frau im dunklen Umhang kniet in der Abenddämmerung betend an einem Grab mit Steinkreuz, vor ihr brennt ein Grablicht in einer Laterne

Certamen e.V.

Die Bedeutung von Allerheiligen und Allerseelen

Was die Kirche am 1. und 2. November feiert und wie Sie in diesen Tagen den Ablass für einen Verstorbenen gewinnen.

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Titel des Hefts „Beten für unsere Toten“ mit Bouguereaus Gemälde „Der Tag der Toten“

Das Heft „Beten für unsere Toten“, zum Ausdrucken

Vierundzwanzig Seiten A5, zum Ausdrucken und Falten. Wer wenig Zeit hat, schlägt Seite vier und fünf auf, dort stehen der Ablass und seine Bedingungen. Das Heft geht mit auf den Friedhof, statt dass Sie dort das Telefon in die Hand nehmen.

  • Ein Wochenplan für den Anfang des Novembers, Tag für Tag von der Beichte am 31. Oktober bis zum 8. November. Auf einer Seite, zum Mitnehmen.
  • Jedes Gebet für die Verstorbenen im Wortlaut, dazu Psalm 129 und Psalm 22 in der überlieferten Übersetzung und der Rosenkranz für einen Toten in sechs Schritten.
  • Die Messe für einen Verstorbenen: wie das Requiem in der überlieferten Form gefeiert wird und wie Sie eine Messe lesen lassen.
  • Woher die Tage kommen, im Wortlaut der Chronik von Cluny, dazu die dreißig Messen Gregors des Großen und das Seelenbrot der Alpenländer.
  • Sechs Einwände mit Antwort, darunter „Das Fegefeuer kommt in der Bibel gar nicht vor“ und „Woher wollen Sie wissen, dass meine Mutter nicht längst im Himmel ist?“
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  • Heftseite zu Allerheiligen und Allerseelen mit Fra Angelicos Schar der Heiligen und einer Tabelle der zwei Tage
    Der erste und der zweite NovemberSeite 3
  • Heftseite über den heiligen Odilo von Cluny mit einem Stich des Abtes und dem Wortlaut der Chronik
    Die Chronik von ClunySeite 12
  • Dunkle Heftseite zum Brauchtum an Allerseelen, dem Seelenbrot und dem Abendläuten für die Armen Seelen
    Seelenbrot und AbendglockeSeite 17
  • Heftseite mit einem Wochenplan vom 31. Oktober bis zum 8. November
    Ein Wochenplan für den NovemberSeite 22

Was an den zwei Tagen gefeiert wird

Am ersten November feiert die Kirche alle Heiligen, am zweiten betet sie für alle Verstorbenen. Der erste Tag zeigt, wohin es geht. Der zweite zeigt, was bis dahin zu tun ist.

1. November, Allerheiligen
Das Fest aller Heiligen im Himmel, auch der unzähligen, die keinen eigenen Festtag haben und deren Namen niemand kennt. Die Kirche bittet sie an diesem Tag um ihre Fürbitte. Allerheiligen ist ein gebotener Feiertag, Katholiken gehen zur heiligen Messe.
2. November, Allerseelen
Das Gedächtnis aller Verstorbenen, die in der Gnade Gottes gestorben sind und im Fegefeuer noch geläutert werden, ehe sie Gott schauen. An diesem Tag bittet die Kirche für jene, die selbst noch Hilfe brauchen. Anders als Allerheiligen ist Allerseelen kein gebotener Feiertag.
Drei Messen an einem Tag
An Allerseelen darf jeder Priester dreimal zelebrieren. Nur für eine dieser Messen darf er ein Stipendium annehmen, die zweite gilt allen Verstorbenen, die dritte der Meinung des Heiligen Vaters. Für die ganze Kirche gewährte das Benedikt XV. am 10. August 1915, unter dem Eindruck der Toten des Weltkriegs.
Warum in dieser Reihenfolge
Erst das Fest, dann das Gedächtnis. Wer am ersten November die Heiligen gefeiert hat, weiß am zweiten, wofür er betet: dass die Verstorbenen dorthin gelangen.

Der Ablass für die Verstorbenen

Ein Ablass ist der Nachlass zeitlicher Sündenstrafen, also der Strafe, die nach der Vergebung in der Beichte noch abzutragen bleibt. In den ersten acht Novembertagen kann ein vollkommener Ablass gewonnen werden, einmal am Tag. Er kann nur den Verstorbenen zugewendet werden, nicht dem, der ihn gewinnt, und keinem Lebenden.

  • Der Kirchenbesuch

    Allerseelen, ab 12 Uhr des Vortages

    Eine Kirche oder eine öffentliche Kapelle besuchen und dort beten, hörbar oder wenigstens mit den Lippen.

    1. das Vaterunser
    2. das Glaubensbekenntnis
  • Der Friedhofsbesuch

    1. bis 8. November, täglich

    Einen Friedhof besuchen und für die Verstorbenen beten. Hier genügt das Gebet im Herzen.

    1. an jedem der acht Tage ein eigener vollkommener Ablass
    2. für jeden Tag eine eigene Kommunion und ein eigenes Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters
  • Die Bedingungen

    etwa zwanzig Tage davor oder danach

    Beichte, Kommunion und Gebet müssen nicht am Tag des Besuchs liegen.

    1. eine sakramentale Beichte, sie genügt für alle Ablässe dieser Tage
    2. die heilige Kommunion, für jeden Ablass eigens
    3. ein Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters, etwa Vaterunser, Gegrüßet seist du, Maria und Ehre sei dem Vater
    4. das Freisein von jeder Anhänglichkeit an die Sünde, auch an die lässliche

Wer die letzte Bedingung nicht erfüllt, gewinnt einen Teilablass, und auch der kommt dem Verstorbenen zugute. Wer krank ist oder das Haus nicht verlassen kann, fragt seinen Beichtvater, der Werk und Bedingungen für Verhinderte abändern darf. Wo der Ortsbischof es verfügt, gilt der Kirchenbesuch auch an Allerheiligen oder am Sonntag vor oder nach Allerseelen; nachzulesen im Direktorium der eigenen Diözese.

Woher die zwei Tage kommen

  • Allerheiligen

    Das Fest ist älter als sein Datum. In Antiochien gedachte man aller Heiligen am Sonntag nach Pfingsten. In Rom weihte Bonifatius IV. am 13. Mai 609 oder 610 das Pantheon, das größte noch stehende Heiligtum der römischen Götterwelt, der Gottesmutter und allen Märtyrern. Gregor III. legte den Tag für die Stadt Rom auf den 1. November, Gregor IV. dehnte die Feier auf die ganze Kirche aus.

  • Allerseelen

    Den zweiten Tag stiftete der heilige Odilo, der fünfte Abt von Cluny. Er ordnete an, dass in seinen Klöstern am Tag nach Allerheiligen das Gedächtnis aller verstorbenen Gläubigen begangen wird, mit Messen für ihre Ruhe und der Speisung von zwölf Armen. Das Jahr ist umstritten. Viele Darstellungen nennen 998, die Catholic Encyclopedia hält es für später als 1030. Von Cluny aus kam der Brauch zu den Benediktinern und Kartäusern, dann in die Diözesen und schließlich in die ganze lateinische Kirche.

  • Das Totengebet der Kirche

    Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Lass sie ruhen in Frieden. Amen. Auf dem Friedhof gebetet, ist es an jedem Tag des Jahres ein Werk, mit dem die Kirche einen Teilablass verbindet. Den vollkommenen Ablass gewährt sie vom 1. bis zum 8. November.

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