
Certamen e.V.
Was die Kirche am 1. und 2. November feiert und wie Sie in diesen Tagen den Ablass für einen Verstorbenen gewinnen.
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Am ersten November feiert die Kirche alle Heiligen, am zweiten betet sie für alle Verstorbenen. Der erste Tag zeigt, wohin es geht. Der zweite zeigt, was bis dahin zu tun ist.
Ein Ablass ist der Nachlass zeitlicher Sündenstrafen, also der Strafe, die nach der Vergebung in der Beichte noch abzutragen bleibt. In den ersten acht Novembertagen kann ein vollkommener Ablass gewonnen werden, einmal am Tag. Er kann nur den Verstorbenen zugewendet werden, nicht dem, der ihn gewinnt, und keinem Lebenden.
Eine Kirche oder eine öffentliche Kapelle besuchen und dort beten, hörbar oder wenigstens mit den Lippen.
Einen Friedhof besuchen und für die Verstorbenen beten. Hier genügt das Gebet im Herzen.
Beichte, Kommunion und Gebet müssen nicht am Tag des Besuchs liegen.
Wer die letzte Bedingung nicht erfüllt, gewinnt einen Teilablass, und auch der kommt dem Verstorbenen zugute. Wer krank ist oder das Haus nicht verlassen kann, fragt seinen Beichtvater, der Werk und Bedingungen für Verhinderte abändern darf. Wo der Ortsbischof es verfügt, gilt der Kirchenbesuch auch an Allerheiligen oder am Sonntag vor oder nach Allerseelen; nachzulesen im Direktorium der eigenen Diözese.
Das Fest ist älter als sein Datum. In Antiochien gedachte man aller Heiligen am Sonntag nach Pfingsten. In Rom weihte Bonifatius IV. am 13. Mai 609 oder 610 das Pantheon, das größte noch stehende Heiligtum der römischen Götterwelt, der Gottesmutter und allen Märtyrern. Gregor III. legte den Tag für die Stadt Rom auf den 1. November, Gregor IV. dehnte die Feier auf die ganze Kirche aus.
Den zweiten Tag stiftete der heilige Odilo, der fünfte Abt von Cluny. Er ordnete an, dass in seinen Klöstern am Tag nach Allerheiligen das Gedächtnis aller verstorbenen Gläubigen begangen wird, mit Messen für ihre Ruhe und der Speisung von zwölf Armen. Das Jahr ist umstritten. Viele Darstellungen nennen 998, die Catholic Encyclopedia hält es für später als 1030. Von Cluny aus kam der Brauch zu den Benediktinern und Kartäusern, dann in die Diözesen und schließlich in die ganze lateinische Kirche.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Lass sie ruhen in Frieden. Amen. Auf dem Friedhof gebetet, ist es an jedem Tag des Jahres ein Werk, mit dem die Kirche einen Teilablass verbindet. Den vollkommenen Ablass gewährt sie vom 1. bis zum 8. November.
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