Ölgemälde: ein Mann kniet in einer dunklen Kirche an der Bank, der Rosenkranz läuft sichtbar durch seine Hände

Certamen e.V.

Was ist ein Rosenkranz?

Neunundfünfzig Perlen, ein Kreuz und fünf Gruppen zu zehn. Was an der Schnur hängt, was an jeder Perle gebetet wird und warum die Wiederholung kein Leerlauf ist.

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Titel des Rosenkranz-Begleithefts mit Caravaggios Rosenkranzmadonna

Das Rosenkranz-Begleitheft, zum Ausdrucken

Vierundzwanzig Seiten A5, zum Ausdrucken und Falten. Auf Seite drei steht das Schaubild aller neunundfünfzig Perlen, gezeichnet und beschriftet. Es liegt im Gebetbuch, statt dass Sie in der Kirche das Telefon in die Hand nehmen.

  • Das Schaubild der neunundfünfzig Perlen, gezeichnet und beschriftet. Auf einer Seite, zum Ablesen statt Nachlesen.
  • Jedes Gebet im überlieferten Wortlaut, vom Kreuzzeichen bis zum Salve Regina. Genau der Teil, den man beim Beten braucht und nicht am Bildschirm.
  • Woher die Perlenschnur kommt: die Paternostermacher waren ein eigener Beruf mit eigener Zunft, in Paris spätestens 1260 bezeugt, in Lübeck 1365.
  • Was der Rosenkranz gewirkt hat: Lepanto 1571, Muret und Wien, Fatima, Pompeji, Österreich 1955.
  • Die Antworten auf die drei großen Einwände: Beten Katholiken Maria an? Steht der Rosenkranz in der Bibel? Und macht er Maria zur Miterlöserin?
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  • Heftseite mit dem Schaubild der neunundfünfzig Perlen und der Anleitung für den ersten Rosenkranz
    Der erste RosenkranzSeite 3
  • Heftseite zur Herkunft des Rosenkranzes mit einem Holzschnitt eines Paternostermachers bei der Arbeit
    Aus hundertfünfzig Psalmen wurde ein KranzSeite 12
  • Dunkle Heftseite zur Seeschlacht von Lepanto mit Andrea Vicentinos Gemälde aus dem Dogenpalast
    Lepanto, 7. Oktober 1571Seite 15
  • Heftseite mit den Antworten auf drei Einwände gegen den Rosenkranz
    Und die vielen Wiederholungen?Seite 22

Der Aufbau, Perle für Perle

Ein Rosenkranz ist eine Schnur mit einem Kreuz. An ihr sitzen neunundfünfzig Perlen in einer festen Ordnung, und jede Perle steht für ein Gebet. Gebetet wird von Perle zu Perle, immer in derselben Folge.

  1. Das KreuzAm unteren Ende hängt ein Kruzifix. Hier beginnt und endet jeder Rosenkranz: Kreuzzeichen, dann das Glaubensbekenntnis.
  2. Die erste große PerleDarüber sitzt eine einzelne größere Perle. Auf ihr wird ein Vaterunser gebetet.
  3. Die drei kleinen PerlenDrei Ave Maria, für Glaube, Hoffnung und Liebe.
  4. Das MittelstückEin Medaillon verbindet den Anhänger mit dem Ring. Hier steht ein Ehre sei dem Vater, und ab hier beginnt der eigentliche Kranz.
  5. Die fünf großen PerlenSie teilen den Ring in fünf Abschnitte, die Gesätze. Auf jeder großen Perle steht ein Vaterunser.
  6. Die fünfzig kleinen PerlenZehn je Gesätz. Auf jeder ein Ave Maria, und nach dem Namen Jesus wird das Geheimnis eingefügt, das gerade betrachtet wird.
  7. Nach jedem GesätzEhre sei dem Vater, dazu das Gebet von Fatima.
  8. Am EndeFünf Gesätze sind ein Rosenkranz. Zum Abschluss das Salve Regina und noch einmal das Kreuzzeichen. Das dauert etwa fünfzehn Minuten.

Die ganze Reihenfolge mit jedem Gebet im Wortlaut steht in So beten Sie den Rosenkranz.

Was die Zahlen bedeuten

Drei Zahlen erklären den Rosenkranz fast vollständig: neunundfünfzig, hundertfünfzig und fünfzehn.

  • Neunundfünfzig Perlen

    Sechs plus dreiundfünfzig

    So viele Perlen hat der gewöhnliche fünfgesätzige Rosenkranz.

    1. sechs Perlen für das Vaterunser: eine im Anhänger, fünf im Ring
    2. dreiundfünfzig Perlen für das Ave Maria: drei im Anhänger, fünfzig im Ring
    3. dazu das Kruzifix und das Mittelstück, die keine Perlen sind
  • Hundertfünfzig Ave Maria

    Der ganze Marienpsalter

    Wer alle drei Reihen betet, kommt auf hundertfünfzig, dieselbe Zahl wie die Psalmen.

    1. der Psalter hat hundertfünfzig Psalmen, die im Kloster täglich gebetet wurden
    2. wer nicht lesen konnte, betete stattdessen hundertfünfzig Vaterunser und zählte sie an einer Schnur ab
    3. aus dem Vaterunser wurde das Ave Maria, die Zahl blieb: der Marienpsalter
  • Fünfzehn Geheimnisse

    Drei Reihen zu fünf

    Jedes Gesätz gehört zu einer Szene aus dem Leben Jesu und Mariens.

    1. die freudenreichen: Menschwerdung und verborgenes Leben
    2. die schmerzhaften: Leiden und Sterben Christi
    3. die glorreichen: Auferstehung und Vollendung

Alle fünfzehn im Wortlaut zum Einfügen ins Ave Maria stehen in Die fünfzehn Geheimnisse im Rosenkranz.

Drei Fragen, die immer kommen

Was Menschen fragen, die zum ersten Mal einen Rosenkranz in der Hand halten.

  • Warum immer dasselbe Gebet?

    Der Einwand ist alt und stützt sich meist auf ein Wort Christi: „Ihr sollt nicht plappern wie die Heiden“ (Mt 6,7). Christus wendet sich dort gegen eine Vorstellung, die auch heute verbreitet ist, nämlich dass viele Worte Gott zu etwas zwingen könnten. Über die Wiederholung als Gebetsform sagt der Satz nichts. Unmittelbar danach gibt Christus seinen Jüngern selbst eine feste Wortfolge, das Vaterunser, und in Gethsemane betet er dreimal mit denselben Worten (Mt 26,44). Beim Rosenkranz trägt der gleichbleibende Wortlaut genau deshalb, weil die Aufmerksamkeit dann beim Geheimnis bleiben kann. Gesprochen wird mit den Lippen, betrachtet wird mit dem Herzen.

  • Muss ein Rosenkranz geweiht sein?

    Beten können Sie sofort, mit jeder Schnur und notfalls ganz ohne. Zehn Finger sind ein Gesätz, so haben Gefangene und Soldaten gebetet. Der richtige Ausdruck ist übrigens segnen; geweiht werden Kirchen und Altäre. Üblich und empfehlenswert ist die Segnung durchaus. Durch sie wird der Rosenkranz zum Sakramentale, also zu einem Zeichen, das die Kirche mit ihrem eigenen Gebet begleitet. Fragen Sie nach der heiligen Messe in der Sakristei danach, es ist die Sache eines Augenblicks.

  • Was bewirkt der Rosenkranz?

    Zuerst das, was jedes Gebet wirkt. Er wendet den Beter Gott zu, und er tut das auf eine Weise, die auch an einem müden Abend noch trägt, weil die Worte feststehen und nur die Betrachtung wechselt. Darüber hinaus hat die Kirche in Notzeiten immer wieder zu ihm aufgerufen und die Erhörung öffentlich festgehalten. Nach der Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571 stiftete Papst Pius V. ein eigenes Fest, und der venezianische Senat ließ im Dogenpalast unter das Bild der Schlacht die Worte setzen: „Weder Macht noch Waffen und Führer, sondern Maria vom Rosenkranz hat uns zum Sieg verholfen.“ Versprechungen über einzelne Anliegen macht die Kirche keine. Sie empfiehlt das Gebet und überlässt die Erhörung Gott.

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