Ölgemälde: Christus in hellem Gewand sitzt am Abend auf einem Felsen über dem See Genezareth, erhebt lehrend die Hand und spricht zu drei Zuhörern, die links von ihm im Gras sitzen

Vater unser: der Text

Der Wortlaut des Katechismus von 1955 und das Pater noster mit Betonung und Aussprache. Dazu die Bibelstelle und die sieben Bitten.

Im Heft „Die Grundgebete der Kirche“

Achtundzwanzig Seiten A5 zum Ausdrucken

  • Alle Grundgebete deutsch und lateinisch
  • Die Regeln der kirchlichen Aussprache
  • Das Vaterunser als Karte für das Portemonnaie

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Titel des Hefts „Die Grundgebete der Kirche“ mit Millets Gemälde „Der Angelus“

Das Heft „Die Grundgebete der Kirche“, zum Ausdrucken

Achtundzwanzig Seiten A5, zum Ausdrucken und Falten. Das Vaterunser steht auf Seite drei, deutsch und lateinisch nebeneinander, und auf Seite sechsundzwanzig noch einmal als Karte für das Portemonnaie. Dazu alle übrigen Gebete, die ein Katholik ein Leben lang betet.

  • Die Grundgebete deutsch und lateinisch nebeneinander, vom Ave Maria und dem Glaubensbekenntnis bis zum Salve Regina und dem Magnificat, jedes mit Betonungszeichen und zwei Sätzen zur Herkunft.
  • So spricht man Kirchenlatein, die Regeln des Liber Usualis auf einer Seite, mit deutschen Beispielen von cælum bis grátia.
  • Das Gebet, das der Herr lehrte, mit der Didache, mit Tertullian und mit dem hl. Cyprian, der erklärt, warum wir „unser“ beten und nicht „mein“.
  • Die Glocke am Mittag, wie Papst Calixt III. im Sommer 1456 die Christenheit zum Gebet für Belgrad rief und daraus das Mittagsläuten wurde.
  • Vier Karten zum Ausschneiden mit Vaterunser, Ave Maria, Ehre sei dem Vater und Glaubensbekenntnis, für das Portemonnaie oder das Gebetbuch.
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  • Heftseite mit dem Vaterunser, links deutsch, rechts lateinisch mit Betonungszeichen
    Das Vaterunser, deutsch und lateinischSeite 3
  • Heftseite mit Matthäus 6,9, Carl Blochs Bergpredigt und dem hl. Cyprian über das Vaterunser
    Das Gebet, das der Herr lehrteSeite 19
  • Heftseite mit einem Gemälde der Schlacht bei Belgrad und der Geschichte des Mittagsläutens
    Die Glocke am Mittag, Belgrad 1456Seite 21
  • Heftseite mit vier Karten zum Ausschneiden: Vaterunser, Ave Maria, Ehre sei dem Vater, Glaubensbekenntnis
    Vier Gebete für unterwegsSeite 26

Das Vaterunser im Wortlaut

Der deutsche Text steht so im Katechismus der Bistümer Deutschlands von 1955, der lateinische im Messbuch der Kirche. Der Akzent zeigt die betonte Silbe.

Vater unser
Vater unser, der Du bist im Himmel, geheiligt werde Dein Name; zu uns komme Dein Reich; Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Amen.
Pater noster
Pater noster, qui es in cælis. Sanctificétur nomen tuum. Advéniat regnum tuum. Fiat volúntas tua, sicut in cælo et in terra. Panem nostrum quotidiánum da nobis hódie. Et dimítte nobis débita nostra, sicut et nos dimíttimus debitóribus nostris. Et ne nos indúcas in tentatiónem: Sed líbera nos a malo. Amen.
So spricht man es
Pa-ter no-ster, kwi es in tschä-lis. Sank-ti-fi-tsche-tur no-men tu-um. Ad-we-ni-at re-njum tu-um. Fi-at wo-lun-tas tu-a, si-kut in tschä-lo et in ter-ra. Pa-nem no-strum kwo-ti-di-a-num da no-bis o-di-e. Et di-mit-te no-bis de-bi-ta no-stra, si-kut et nos di-mit-ti-mus de-bi-to-ri-bus no-stris. Et ne nos in-du-kas in ten-ta-zi-o-nem: Sed li-be-ra nos a ma-lo. A-men.

Die Umschrift folgt den Regeln des Liber Usualis, fett ist die betonte Silbe. Das h in hódie bleibt stumm, das ti vor einem Vokal klingt meist wie zi. Die heute in den Pfarreien übliche Fassung beginnt mit „Vater unser im Himmel“ und schließt mit „erlöse uns von dem Bösen“. Oben steht der überlieferte Wortlaut des Katechismus.

Was die sieben Bitten bedeuten

Das Vaterunser hat eine Anrede und sieben Bitten. „In drei Bitten erflehen wir was Gottes ist, […] in vier, was unser“, so erklärt es die katholische Bibel von Allioli, der die kurzen Erklärungen hier folgen.

  • Die Anrede

    Vater unser, der Du bist im Himmel

    Sie weckt das kindliche Vertrauen, mit dem der ganze Rest gebetet wird.

    1. Vater: gerichtet an die ganze Dreifaltigkeit
    2. unser: gebetet für alle, nicht für einen allein
    3. im Himmel: ein Hinweis auf Gottes Macht und Herrlichkeit, der zu Verehrung und Liebe mahnt
  • Drei Bitten für Gott

    Name, Reich und Wille

    Die ersten drei Bitten gehen auf die Ehre Gottes, und gerade daraus erwächst uns der Segen.

    1. Geheiligt werde Dein Name: dass alle Menschen Gott als den Heiligen erkennen, ehren und lieben
    2. Zu uns komme Dein Reich: dass sich die Kirche über die ganze Erde ausbreitet und die Gnade in allen Herzen herrscht
    3. Dein Wille geschehe: so bereitwillig auf Erden, wie ihn die Engel und Heiligen im Himmel erfüllen
  • Vier Bitten für uns

    Brot, Schuld, Versuchung und Übel

    Die letzten vier gehen auf das eigene Heil und auf das des Nächsten.

    1. Unser tägliches Brot: alles, was Leib und Seele zum Leben brauchen, das Wort Gottes und den Leib des Herrn eingeschlossen
    2. Vergib uns unsere Schuld: Gott vergibt, wenn und in dem Maß, wie wir unseren Schuldigern vergeben
    3. Führe uns nicht in Versuchung: bewahre uns vor Lagen, die uns in unserer Schwäche zur Sünde verleiten
    4. Erlöse uns von dem Übel: zuerst von der Sünde, dem Ursprung aller übrigen Übel

Die Erklärungen folgen den Anmerkungen der katholischen Bibel von Joseph Franz Allioli, in der Ausgabe von 1838 und in der Bearbeitung von Augustin Arndt von 1914.

Wo das Vaterunser in der Bibel steht

Christus lehrt das Gebet zweimal: in der Bergpredigt und noch einmal, als die Jünger ihn bitten, sie beten zu lehren (Lk 11,1-4). Hier der Text bei Matthäus in der Übersetzung von Allioli.

  • Matthäus 6,9-13

    9 Ihr sollt daher also beten: Vater unser, der du bist im Himmel! Geheiliget werde dein Name! 10 Zukomme uns dein Reich! Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden! 11 Unser tägliches Brot gib uns heute. 12 Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. 13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Amen.

  • Und führe uns nicht in Versuchung

    Gott versucht niemanden zum Bösen (Jak 1,13). Die Bitte meint nach Allioli: „Laß uns nicht in solche Umstände, Verhältnisse, Gelegenheiten kommen, die uns bei unserer Gebrechlichkeit zur Sünde verleiten könnten.“ Sie erinnert an die eigene Schwäche und gibt Vertrauen auf Gottes Hilfe.

  • Der Schluss „Denn dein ist das Reich“

    Diesen Lobpreis hat die Vulgata nicht, und im Messbuch endet das Vaterunser mit „Sed líbera nos a malo“. Allioli schreibt 1838 zu den Worten, „die ältesten griechischen Handschriften und Väter haben sie nicht, so wie sie auch bei Lukas 11,4 nicht vorkommen“. Sie standen nur in den alten Kirchenbüchern der Griechen und sind von dort in jüngere Handschriften gelangt. Einen ähnlichen Lobpreis kennt schon die Didache um das Jahr 100: „weil Dein ist die Macht und die Ehre in Ewigkeit.“

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