Ölgemälde: die thronende Gottesmutter mit dem Jesuskind reicht dem knienden heiligen Dominikus einen Rosenkranz

Certamen e.V.

Der Rosenkranzmonat Oktober

Warum der Oktober dem Rosenkranz gehört, was das Fest der Rosenkranzkönigin am 7. Oktober feiert und wie ein Monatsplan aussieht, den man durchhält.

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Titel des Rosenkranz-Begleithefts mit Caravaggios Rosenkranzmadonna

Das Rosenkranz-Begleitheft, zum Ausdrucken

Vierundzwanzig Seiten A5, zum Ausdrucken und Falten. Für den Oktober das Nützlichste daran: Es liegt im Gebetbuch oder in der Manteltasche, statt dass Sie in der Kirche das Telefon in die Hand nehmen.

  • Lepanto auf zwei Seiten, mit dem Gemälde aus dem Dogenpalast. Dazu die Nachmittagsstunde, in der Papst Pius V. den Sieg wusste, fünfzehn Tage bevor der Kurier eintraf.
  • Die Ordnung der Woche als Tabelle, dazu die Anordnung Leos XIII. Für den Monatsplan die eine Seite, die man wirklich braucht.
  • Der erste Rosenkranz: das Schaubild aller neunundfünfzig Perlen und die Anleitung, für alle, die im Oktober zum ersten Mal mitbeten.
  • Jedes Gebet im überlieferten Wortlaut, vom Kreuzzeichen bis zum Salve Regina, dazu alle fünfzehn Geheimnisse.
  • Was der Rosenkranz sonst gewirkt hat: Muret und Wien, Fatima, Pompeji, Österreich 1955.
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  • Dunkle Heftseite zur Seeschlacht von Lepanto mit Andrea Vicentinos Gemälde aus dem Dogenpalast
    Lepanto, 7. Oktober 1571Seite 15
  • Heftseite darüber, wie aus dem Sieg von Lepanto ein Fest der Kirche wurde
    Der Wind drehtSeite 16

Ein Monat, ein Plan

Fünf Gesätze sind ein Rosenkranz und dauern etwa fünfzehn Minuten. Wer im Oktober anfängt, fängt trotzdem kleiner an und bleibt dafür bis zum Schluss dabei.

  1. Vor dem 1. OktoberLegen Sie einen Rosenkranz dorthin, wo Sie ihn abends ohnehin in die Hand nehmen: auf den Nachttisch, in die Manteltasche, ins Auto.
  2. Der erste AbendEin Gesätz, keine fünf. Ein Vaterunser, zehn Ave Maria, ein Ehre sei dem Vater. Das sind drei Minuten.
  3. Immer zur selben ZeitWas einen Monat trägt, ist die feste Stunde. Nach dem Abendessen, auf dem Heimweg, vor dem Schlafengehen.
  4. Welche Reihe heuteDie überlieferte Ordnung nimmt Ihnen die Entscheidung ab: Sonntag, Mittwoch und Samstag glorreich, Montag und Donnerstag freudenreich, Dienstag und Freitag schmerzhaft.
  5. Der 7. OktoberDas Fest der Rosenkranzkönigin. An diesem Tag lohnt der ganze Rosenkranz mit fünf Gesätzen, und wenn möglich in der Kirche, denn im Oktober wird vielerorts öffentlich gebetet.
  6. Wenn ein Tag ausfälltDann fällt er aus. Nichts nachholen, nichts verdoppeln, am nächsten Abend einfach weiterbeten. Ein ausgelassener Tag beendet keinen Monat, ein schlechtes Gewissen schon.
  7. Am 2. NovemberDort endet der Rosenkranzmonat nach der Anordnung Leos XIII. Wer bis dahin durchgehalten hat, hat die Gewohnheit und braucht den Oktober nicht mehr.

Die Reihenfolge an der Schnur, Gebet für Gebet, steht in So beten Sie den Rosenkranz. Was ein Rosenkranz überhaupt ist, erklärt Aufbau, Perlen und Sinn.

Welche Reihe an welchem Tag

Fünfzehn Geheimnisse in drei Reihen zu fünf. Welche Reihe an welchem Tag betrachtet wird, ist überliefert und steht frei. Für einen ganzen Monat lohnt es sich, bei der gewohnten Ordnung zu bleiben.

  • Die freudenreichen Geheimnisse

    Montag und Donnerstag

    Menschwerdung und verborgenes Leben.

    1. die Verkündigung an Maria
    2. der Besuch bei Elisabeth
    3. die Geburt in Bethlehem
    4. die Darstellung im Tempel
    5. die Wiederfindung des Zwölfjährigen
  • Die schmerzhaften Geheimnisse

    Dienstag und Freitag

    Das Leiden Christi, vom Ölberg bis zum Kreuz.

    1. die Angst am Ölberg
    2. die Geißelung
    3. die Dornenkrönung
    4. der Kreuzweg
    5. die Kreuzigung
  • Die glorreichen Geheimnisse

    Mittwoch, Samstag und Sonntag

    Auferstehung, Himmelfahrt und Vollendung.

    1. die Auferstehung
    2. die Himmelfahrt
    3. die Sendung des Heiligen Geistes
    4. die Aufnahme Mariens in den Himmel
    5. die Krönung Mariens

In der Passionszeit dürfen die Reihen behutsam an das Kirchenjahr angepasst werden. Jedes Geheimnis im Wortlaut zum Einfügen ins Ave Maria steht in Die fünfzehn Geheimnisse im Rosenkranz.

Woher der Oktober kommt

Der Monat ist jünger als das Fest, und das Fest ist jünger als das Gebet. Die Reihenfolge lohnt sich zu kennen.

  • Lepanto, 7. Oktober 1571

    1453 war Konstantinopel gefallen, 1529 standen die Türken vor Wien, 1571 fiel das venezianische Zypern. In dieser Lage brachte Papst Pius V. Venezianer und Spanier zur Heiligen Liga zusammen, rief die lateinische Christenheit zum Rosenkranz und betete ihn selbst in Rom bei den Dominikanern von Santa Maria sopra Minerva. Am Morgen des 7. Oktober trafen die Flotten im Golf von Patras aufeinander, rund fünfhundert Schiffe und etwa hundertsechzigtausend Mann. Bis zum frühen Nachmittag war die Schlacht entschieden. Zwölftausend christliche Rudersklaven wurden von den Bänken befreit, an die sie gekettet waren. Der venezianische Senat ließ im Dogenpalast unter das Bild der Schlacht die Worte setzen: „Weder Macht noch Waffen und Führer, sondern Maria vom Rosenkranz hat uns zum Sieg verholfen.“

  • Wie aus dem Sieg ein Fest wurde

    Ein Jahr später stiftete Papst Pius V. den Gedenktag „Unsere Liebe Frau vom Sieg“. Gregor XIII. gab ihm 1573 den Namen „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ und ließ ihn am ersten Sonntag im Oktober feiern. Clemens XI. dehnte das Fest 1716 auf die ganze Kirche aus, nach dem Sieg bei Peterwardein. Und Pius X. legte es 1913 auf den 7. Oktober, den Tag der Schlacht. Dort steht es bis heute. In die Lauretanische Litanei kam nach Lepanto die Anrufung „Hilfe der Christen“.

  • Warum Leo XIII. den Oktober wählte

    Aus dem einen Festtag wurde ein ganzer Monat, und das ist jünger, als die meisten vermuten. Am 1. September 1883 ordnete Papst Leo XIII. im Rundschreiben Supremi apostolatus officio an, dass vom 1. Oktober bis zum 2. November in jeder Pfarrkirche täglich fünf Gesätze und die Lauretanische Litanei öffentlich gebetet werden. Der Oktober war die naheliegende Wahl, weil das Rosenkranzfest ohnehin in ihn fiel. Von seinen achtundachtzig Rundschreiben widmete Leo XIII. ein Dutzend dem Rosenkranz. Johannes Paul II. nannte ihn deshalb den Papst des Rosenkranzes.

  • Wer die Rosenkranzkönigin ist

    Gemeint ist die Gottesmutter unter dem Titel, den ihr das Fest gibt: Königin vom heiligen Rosenkranz. Die Bilder zeigen sie meist thronend mit dem Kind, wie sie dem knienden heiligen Dominikus den Rosenkranz reicht, nach der Überlieferung von 1208, auf die alles Weitere zurückgeht. Empfangen hat Dominikus diese Betrachtung, überliefert ist sie ihm aus der Hand der Gottesmutter selbst. Die Schnur und die Zahl hundertfünfzig lagen damals längst bereit.

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